Inhalte und Ziele

INPRO wird für Bildungspersonal im Bereich der Elementar- und Primarerziehung die notwendigen Methoden und Inhalte für das Training und Coaching von Interprofessionalität in der Kinderbetreuung bereitstellen. Die Projekt-Module beinhalten fachkraftorientierte Handlungsansätze und deren systematische Fortentwicklung. Ziel ist es, in der zweijährigen Projektlaufzeit ein Curriculum für die Erstausbildung und für die berufsbegleitende Fortbildung zu entwickeln, und in der Praxis zu erproben.

INPRO versteht sich als interaktiver Prozess des Lernens und Arbeitens, in dessen Rahmen unterschiedliche Experten als Akteure aller in der Kinderbetreuung relevanten Bereiche lösungsorientiert und auf Augenhöhe miteinander kooperieren. Dies erfolgt in dem Wissen, dass Aufgabenstellungen in der Kinderbetreuung sektoral, d.h. mit Mitteln einer einzelnen involvierten Berufsgruppe nicht zufriedenstellend bearbeitbar sind. Interprofessionalität wird daher von der Grundhaltung gegenseitiger Wertschätzung sowie geteilter Werte und gemeinsamen Wissens für das Kindeswohl getragen.

INPRO strebt daher ein "vernetztes Verständnis" an, dass künftig in der Aus- und Weiterbildung durch realitätsnahe Trainings sowie definierte Lern- und Handlungsfelder die Situation der beruflichen Praxis erreicht werden soll. INPRO leistet so den Beitrag zur profilierten Weiterentwicklung integrativer und moderner Kindertagesbetreuung, sowohl auf der Bildungs- wie auch der beruflichen Ebene. Das vorliegende Innovationstransferprojekt wird im Rahmen des Konsultationsprozesses eine Verankerung - als Zusatzqualifikation - in Lehrplänen dieser vollschulischen Ausbildung sowie im Kontext von Weiterbildung in Europa anregen.

INPRO leistet auch einen Beitrag zur Nationalen Priorität „Internationale Kompetenzen in der Berufbildung". Es enthält die aktive Entwicklung und Umsetzung des Moduls „Interprofessionalität und internationale Kompetenz in der Kinderbetreuung". Die Inhalte der Lerneinheit beziehen sich dabei auf Fachkompetenzen, wie z.B. Flexibilisierung der Kinderbetreuung in Europa vergleichend verstehen sowie interkulturelle Kompetenzen durch interkulturelle Öffnung. Sie können damit auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten, sehen derzeit aber direkt keinen vor.

INPRO zielt zudem explizit auf die Fähigkeit des Lehrpersonals ab, fachübergreifende Kompetenzen zu lehren. INPRO gibt hierbei die einzigartige Möglichkeit diese Innovation im Ausbildungs- und Weiterbildungsumfeld in den Einrichtungen zu verankern. Methodische Weiterentwicklung und Training sind Schlüsselfaktoren zur Etablierung optimierter Bildung, Betreuung und Beratung sowie Qualifizierung in den Einrichtungen.

Mit Interprofessionalität als Serviceansatz im Sinne einer Neuorientierung von fachübergreifenden Kompetenzen soll ein optimiertes und kohärentes Qualifizierungsangebot sowohl für Lehr- als auch Fachkräfte in der Kinderbetreuung aufgebaut werden. Deshalb verfolgt INPRO das spezifische Programmziel, Teilnehmer von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen beim Erwerb und Einsatz von Wissen, Fähigkeiten und Qualifikationen zur Förderung ihrer persönlichen Entwicklung, ihrer Beschäftigungsfähigkeit und ihrer Teilnahme am europäischen Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Es werden gezielt geeignete Methoden und Materialien für Interprofessionalität erarbeitet, die gerade die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen sowie die Zusammenarbeit zwischen Weiterbildnern und Trägern der Einrichtungen und weiterer relevanten Stellen verbessern.

INPRO versteht sich als transnationales Berufsbildungsprojekt und zielt auf die koordinierte und systemische statt sektorielle Kooperation der beteiligten Akteure ab. Arbeitsabläufe und Prozesse werden auf einander abgestimmt und optimiert, in dem Synergien der Schnittstellen genutzt werden. So soll die Qualitätsentwicklung in der Kinderbetreuung in Europa nachhaltig gestärkt werden.

 

Partnerschaft

Für INPRO arbeiten Organisationen aus 5 europäischen Ländern zusammen, die über Entwicklung, Training und Beratung in den letzten Jahren die Neugestaltung von Kindertagesbetreuung wesentlich geprägt haben. Das Konsortium besteht aus Bildungsträgern und verschiedenen Wohlfahrtsverbänden, in ihrer Rolle als bedeutende Träger und Kooperationspartner.
Die Projektleitung liegt beim Caritasverband Borken. Von den Partnern werden anerkannte Transferprodukte eingebracht, die Interprofessionalität an Schnittstellen der Arbeit von Familienzentren besonders in den Fokus setzen. Die Partner verbindet das gemeinsame Ziel diese Erfahrungen zu bündeln und für die Vermittlung von Interprofessionalität weiterzuentwickeln. Die beteiligten Projektpartner haben großes Interesse an der Kooperation, da diese zudem Perspektiven für einen stärkeren Wissensaustausch im Rahmen ihrer internationalen wie auch nationalen Strukturen fördern.
 

Der INPRO-Fächer

Das INPRO-Lehrpaket beinhaltet einen Mix von Materialien und Methoden, Praxisanleitungen, Beratungstools wie auch Medien zur Verbreitung der Trainings von Interprofessionalität. Der eigens entwickelte INPRO-Fächer besteht aus abrufbaren Modulen zu den Lern- und Handlungsfeldern: Interkulturalität, Gesundheits- und Sprachförderung sowie der Kinderschutz allgemein. Die INPRO Produkte zur Kompetenzentwicklung und Qualifizierung mittels Training, Coaching und Praxisreflektion für die Erst- und Weiterbildung werden bildlich als "INPRO-Fächer" - auch als Projekt-Logo Idee - dargestellt.
Die Inhalte beziehen die Formulierung, Kommunikation und das Verständnis von fachlichen Standards in einer zunehmend internationalisierten beruflichen Tätigkeit mit ein.

Ebenso sollen Praxisanleitungen, Beratungstools wie auch Medien zur Verbreitung der Trainings von Interprofessionalität bereitgestellt werden zum gezielten Aufbau interprofessioneller Netzwerkkompetenz.

Mit dem transnationalen Entwicklungsteam werden Instrumente auf der Ebene der Bildungseinrichtungen bereitstellt, die eine Unterstützung für die bedarfsgerechte Anpassung der Lehr- und Ausbildungspläne bezüglich Interprofessionalität nutzen.

Je nach Resultat und Bildungsbereich wird der Fächer ausgebreitet:
  • Der INPRO-Fächer Weiterbildung enthält ein Modul zu jedem Feld.
  • Der INPRO-Fächer Erstausbildung enthält die ersten beiden Themen als Module.
  • Die übrigen Lernfelder des INPRO-Fächers sind wichtigen interprofessionellen Arbeitsfeldern zugeordnet (Flexibilisierung, Sprachentwicklung etc.), sie sprechen ein jeweils beschreibares Expertennetzwerk an.
  • Die Lerneinheit "Internationale Kompetenz" fächert Sozial-Kommunikative Kompetenz und die "Interkulturelle Öffnung" auf. Trainern sollen interkulturelle und internationale Fachkenntnisse zugänglich gemacht werden.
  • In der Coaching-Einheit geht es um die Frage, wie die Weiterbildung in der Zertifizierung als Familienzentrum, Maison relais, Family Centres, etc. genutzt werden kann.